Der Faktor Natur wird in Resilienz-Coachings bzw. -Trainings bisher noch verhalten eingesetzt. Dank jüngster Erkenntnisse der Umweltpsychologie wird die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur verstärkt im Kontext der Selbststeuerung und Stressbewältigung eingesetzt. Ein Prozess, der die Natur einbindet, kann eine systemische Veränderung einleiten. Die Natur steht gleichermaßen für Beständigkeit sowie den stetigen Wandel. So erfahren Menschen Sicherheit und Veränderung gleichermaßen. Die Natur wirkt hier als bewertungsfreier Raum, damit kann sie identitätsstiftend und persönlichkeitsstärkend wirken. Trotz Digitalisierung haben die großen Zyklen der Natur einen hohen Einfluss auf das Leben der Menschen. Das Wohlbefinden, die innere Ruhe sowie die wachsende Kreativität, die Menschen verspüren, wenn sie sich im Wald bewegen, lassen sich auch durch wissenschaftliche Ergebnisse erklären. Der japanische Therapieansatz ‚shinrin yoku‘ heißt übersetzt wörtlich „das Baden im Wald“. Dabei geht es um eine bewusste Wahrnehmung des Waldes während einer bestimmten Aufenthaltsdauer. Dieser Ansatz wird schon seit den 1980er Jahren praktiziert und hat direkte positive gesundheitliche Auswirkungen, wie auch Studien beweisen. Der Therapieansatz lässt Blutdruck und Cortisolspiegel sinken sowie die Nervenaktivität beruhigen. Auch die Bildung natürlicher Killerzellen, die infizierte Zellen oder Tumorzellen bekämpfen, wird durch „Forest Bathing“ gefördert. Dies wurde von Forschern in Japan belegt. Den Probanden wurde vor und nach einer dreitägigen Exkursion im Wald Blut und Urin abgenommen. Während die Adrenalinkonzentration abnahm, stieg die Anzahl der Killerzellen um ungefähr fünfzig Prozent. Waldtherapien werden deshalb in Japan durch die Versicherung abgedeckt und sind ins medizinische System aufgenommen. Auch Südkorea setzt diese Erkenntnisse durch die Ausbildung von sogenannten Gesundheitsförstern um, die in den Heilwäldern tätig sind. Orte, an denen Menschen Erfahrungen mit Resonanz machen, werden hierzulande auch als therapeutische Landschaftsgärten bezeichnet.

ART DER SCHULUNG

  • Halbtägiger Ausflug in die Natur
  • den Wald mit allen Sinnen erleben
  • Kopf-Körper-Entfremdung aufbrechen
  • Achtsamkeitsübungen praktizieren

ZIELE

  • Zusammenhänge zwischen körperlicher und geistiger Widerstandsfähigkeit erfahren
  • die Natur als Resonanzraum erleben
  • die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur verstärkt zur Selbststeuerung und Stressbewältigung einsetzen

 

Neurobiologische und medizinische Grundlagen


  • Die zwei Gegenspieler: Sympathikus und Parasympathikus
  • Biochemische Analyse: die Stresshormone
  • Körperliche Stress-Signale erkennen
  • Homöostase und Allostase
  • Auswirkung der Terpene auf das vegetative Nervensystem

Achtsamkeitstraining, Selbsterkenntnis, Aneignung nützlicher geistiger Gewohnheiten

  • Gemeinsame Meditation und Atemübungen
  • Den Wald mit allen Sinnen erleben
  • Mindfulness-Based Stress Reduction nach Jon Kabbat-Zinn
  • Übungen aus der Positiven Psychologie