Zuckeralternativen fürs Büro

Zucker ist allgegenwärtig, auch im Büro. Er versüßt uns den morgendlichen Kaffee, begegnet uns im Geburtstagskuchen oder anderen Festivitäten der Kollegen, versteckt sich hinter einem vermeintlich gesunden Smoothie, lacht uns im Automaten der Kantine entgegen oder liegt allzeit griffbereit in einer der zahlreichen Schüsseln mit Süßigkeiten.
Es ist gar nicht so einfach darauf zu verzichten, insbesondere wenn das ganze Team um einen herum beherzt zugreift. Wenn wir eine der Naschereien verschlingen, fühlen wir uns kurzfristig energiegeladen. Der Blutzuckerspiegel schnellt in die Höhe, Energie wird freigesetzt. Dementsprechend muss die Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren, um den Blutzuckerspiegel wieder in den Griff zu bekommen. In diesem Moment sinkt dieser genauso schnell, wie er auch angestiegen ist. Wir fühlen uns müde und haben das dringende Bedürfnis weiter zu naschen. Ein Teufelskreis!

Zuckeralternativen

Dass Zucker nicht gesund ist, weiß jedes Kind. Kein Wunder also, dass der Absatz von zuckerfreien Alternativen so richtig boomt. Hierbei gibt es jedoch einiges zu beachten. Wenn wir von Zuckeraustausch-Produkten sprechen, geht es nicht darum den herkömmlichen Haushaltszucker 1:1 damit zu ersetzen. Die Werbung verspricht uns oft ein Mittel, das zuckersüß und gleichzeitig gesund ist. So gern wir auch glauben möchten, dass sich beides vereinen lässt, es funktioniert natürlich nicht.
Vielmehr geht es darum, wieder einen vernünftigen Umgang mit Zucker zu erlernen. Denn Zucker hat viel Gesichter und begegnet und nicht nur in süßen Produkten, sondern auch in Fertigsalatsoßen, -gerichten, Ketchup oder Chips, um nur einige wenige Beispiel zu nennen.
Am besten hilft hier ein “harter Entzug”, besonders die Fastenzeit bietet sich hier sehr gut an. Nach sechs Wochen ohne Süßkram haben sich die Geschmacksknospen regeneriert und man schmeckt wieder sehr deutlich, wenn etwas eigentlich viel zu süß ist.
Für alle Naschkatzen gibt es aber einige natürliche Alternativen, die das Leben versüßen können.

Natürliche Zuckeralternativen

Honig

Lange Zeit war Honig das einzig süße Nahrungsmittel der Menschheit. Seit 10.000 Jahren gilt er als besondere Delikatesse. Honig hat zwar einige Vorteile gegenüber weißem Haushaltszucker: So können hochwertige Honigsorten bis zu 245 wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Dadurch ist auch seine entzündungshemmende und wundheilende Wirkung zu erklären. Zu 75 bis 80 Prozent besteht er jedoch aus Fruktose und Glukose, also Frucht- und Traubenzucker. Honig hat eine deutlich höhere Süßkraft als Zucker und sollte sparsam verwendet werden. Temperaturen ab 40 Grad zerstören alle seine positiven Effekte. Zum Backen oder Kochen sollte Honig deshalb besser nicht verwendet werden. In einem abgekühlten Tee oder auch Kaffee macht er sich geschmacklich aber ganz hervorragend.

Kokosblütenzucker – die tropische Alternative

Er hat sich innerhalb kürzester Zeit zum Star unter den alternativen Süßungsmitteln entwickelt.
Zur Gewinnung werden die Blüten der Kokospalme angeschnitten und ihr süßer, nahrhafter Blütensaft aufgefangen. Bei hochwertigen Kokosblütenzucker wird der frische Blütensaft unter ständigem Rühren, bei kontrollierten Temperaturen schonend erhitzt. Hierdurch entstehen die feinen Zuckerkristalle. Auch die tropische Zuckervariante besteht fast hauptsächlich aus Saccharose (Haushaltszucker)  und enthält genauso viele Kalorien, wie Haushaltszucker. Kokosblütenzucker hat jedoch einen niedrigen glykämischen Index und lässt so den Blutzuckerspiegel kaum ansteigen. Dadurch schüttet die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin aus, sodass weniger von den Kalorien in den Fettpolstern landet. Im Gegensatz zu Haushaltszucker enthält Kokosblütenzucker außerdem Vitamine und Mineralstoffe. Sein karamelliger Geschmack eignet sich hervorragend zum Backen und Kochen und ebenfalls zum Süßen von Heißgetränken.
Da er ressourcenschonend gewonnen werden kann, wurde er von der UN zum nachhaltigsten Zucker der Welt erklärt. Kokosblütensirup ist die flüssige Alternative zu Kokosblütenzucker.

Vorsicht mit künstlichen Süßstoffen!

Künstliche Süßstoffe werden chemisch hergestellt, sind relativ billig und übertreffen die Süßkraft von Zucker um ein Vielfaches: Acesulfam K und Aspartam sind 200 Mal süßer als Zucker, Saccharin 300 Mal und Sucralose 600 Mal!
Da sie so gut wie keine Kalorien haben, werden sie oftmals als „gute“ Zuckeralternativen angesehen. Daher verwendet die Industrie sie gerne in Light-Produkten. Ihre Gesundheitsrisiken sind bis heute nicht vollständig erforscht. Studien weisen jedoch auf gesundheitsschädliche Wirkungen hin. Belegt ist, dass künstliche Süßstoffe unserem Stoffwechsel schaden: Durch den süßen Geschmack wird der Körper auf eine hohe Kalorienzufuhr vorbereitet, die dann aber ausbleibt. Dies führt zu Heißhunger, schließlich hatte der Körper sich auf „echten“ Zucker eingestellt. Das führt dann oft dazu, dass wir unseren Heißhunger mit Schokolade, süßen Snacks oder zuckerhaltigen Softdrinks decken.

Den Körper auszutricksen bringt also gar nichts, hier hilft nur der bewusste Umgang, ganz egal, ob natürlicher oder künstlicher Zuckerersatz.
Letztendlich gibt es nur eines, das gesünder ist als Zucker – kein Zucker! 🙂

Der Impulsvortrag „Ernährungscoaching am Arbeitsplatz“ geht u.a. intensiv auf verschiedene Zuckeralternativen und -austauschstoffe ein und vermittelt den Teilnehmern viele Praxistipps, um den Zuckerkonsum im Alltag zu reduzieren. Dabei geht es auch darum die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und zu durchdringen.